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Generation Klima

Gute Ideen für unseren Planeten

Umweltbewusst leben und für ein besseres Klima sorgen: Die „Neo-Ökologie“ prägt zunehmend Gesellschaft, Kultur und Politik. „Neo“ ist dabei, dass Nachhaltigkeit und Effizienz auf alle Lebensbereiche übergreifen – auch auf die Wirtschaft.

Wir haben drei junge Selbständige getroffen, die dieses neue Denken leben.

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Der Klimabauer Der Klimabauer Der Klimabauer

Brauchen wir Reis aus Bangladesch, oder können wir genauso gute Produkte wie Haferreis und Rollgerste auch auf der Wiese vor unserem Fenster erzeugen? Der Jungbauer vom Gschwendthof in Bischofshofen möchte den Getreideanbau zurück in den Pongau bringen und damit Produkte ersetzen, die bislang quer über den Globus verschifft werden. „Um umweltbewusst zu leben, braucht man sehr viel Zeit. Und die nehmen sich viele Menschen nicht. Es braucht also eine soziale Veränderung.“

Dem 26-jährigen Masterstudenten an der Universität für Bodenkultur in Wien geht es um die Wiederbelebung der alten, an das Klima angepassten Getreidesorten, die vor etwa 100 Jahren auf den Pongauer Höfen angebaut wurden – und nach und nach verschwanden. Sein Wissen hat er von seinem Studium und seiner Arbeit bei der Arche Noah in Niederösterreich. Bei dem Verein zur Erhaltung alter Kultursorten ist er für die Sortenentwicklung verantwortlich. Auf dem Hof in Bischofshofen schafft er jetzt die notwendigen Maschinen an, um das Korn zu verschiedensten Produkten zu verarbeiten.

Seine Mission: Regionalität ist wichtig, wenn wir von der umweltschädlichen Lebensmittelproduktion wegkommen wollen. Deshalb ist er auch bei „Farmers for Future“ aktiv. 

Brauchen wir Reis aus Bangladesch, oder können wir genauso gute Produkte wie Haferreis und Rollgerste auch auf der Wiese vor unserem Fenster erzeugen? Der Jungbauer vom Gschwendthof in Bischofshofen möchte den Getreideanbau zurück in den Pongau bringen und damit Produkte ersetzen, die bislang quer über den Globus verschifft werden. „Um umweltbewusst zu leben, braucht man sehr viel Zeit. Und die nehmen sich viele Menschen nicht. Es braucht also eine soziale Veränderung.“

Dem 26-jährigen Masterstudenten an der Universität für Bodenkultur in Wien geht es um die Wiederbelebung der alten, an das Klima angepassten Getreidesorten, die vor etwa 100 Jahren auf den Pongauer Höfen angebaut wurden – und nach und nach verschwanden. Sein Wissen hat er von seinem Studium und seiner Arbeit bei der Arche Noah in Niederösterreich. Bei dem Verein zur Erhaltung alter Kultursorten ist er für die Sortenentwicklung verantwortlich. Auf dem Hof in Bischofshofen schafft er jetzt die notwendigen Maschinen an, um das Korn zu verschiedensten Produkten zu verarbeiten.

Seine Mission: Regionalität ist wichtig, wenn wir von der umweltschädlichen Lebensmittelproduktion wegkommen wollen. Deshalb ist er auch bei „Farmers for Future“ aktiv. 

Brauchen wir Reis aus Bangladesch, oder können wir genauso gute Produkte wie Haferreis und Rollgerste auch auf der Wiese vor unserem Fenster erzeugen? Emil Platzer vom Gschwendthof in Bischofshofen möchte den Getreideanbau zurück in den Pongau bringen und damit Produkte ersetzen, die bislang quer über den Globus verschifft werden. „Um umweltbewusst zu leben, braucht man sehr viel Zeit. Und die nehmen sich viele Menschen nicht. Es braucht also eine soziale Veränderung.“

Dem 26-jährigen Masterstudenten an der Universität für Bodenkultur in Wien geht es um die Wiederbelebung der alten, an das Klima angepassten Getreidesorten, die vor etwa 100 Jahren auf den Pongauer Höfen angebaut wurden – und nach und nach verschwanden. Sein Wissen hat er von seinem Studium und seiner Arbeit bei der Arche Noah in Niederösterreich. Bei dem Verein zur Erhaltung alter Kultursorten ist er für die Sortenentwicklung verantwortlich. Auf dem Hof in Bischofshofen schafft er jetzt die notwendigen Maschinen an, um das Korn zu verschiedensten Produkten zu verarbeiten.

Seine Mission: Regionalität ist wichtig, wenn wir von der umweltschädlichen Lebensmittelproduktion wegkommen wollen. Deshalb ist er auch bei „Farmers for Future“ aktiv. 

Mehr Info zum Geschwendthof unter: https://biohof-gschwendt.at/

Bauernsterben

Seit 1970 sind mehr als die Hälfte der Bauernhöfe verschwunden. Wenn der Bio-Boom, der Trend zur Regionalität und die Direktvermarktung weiterwachsen, bräuchten wir allerdings mehr Lebensmittelproduzenten als je zuvor. Was könnte eine Trendumkehr bewirken?
Das geht nur, wenn sich Landwirtschaft wieder lohnt und der Preiskampf aufhört. Dann werden auch weniger Bauern aufhören. Für alle, die als Nichterben einen Hof übernehmen wollen, gibt es schon jetzt die Hofbörse „Perspektive Landwirtschaft“. Da können auch Quereinsteiger über Zeitrente oder durch Vererben zu einem leistbaren Preis einen Hof finden. Denn die hohen Grundkosten sind beim Einstieg in die Landwirtschaft die größte Barriere. 

BIO-BOOM

Die Bio-Nachfrage wächst ungebrochen. Geht die Entwicklung in die richtige Richtung?
Ja, weil Bio-Bauern im Anbau keine Pestizide verwenden und viel weniger Energie verbrauchen. Ganz Europa sollte Bio-Landwirtschaft betreiben. Grundsätzlich ist es ja verkehrt, dass Bio-Landwirtschaft heute als solche ausgewiesen wird. Eigentlich müsste eine Landwirtschaft, die Biodiversität und Klima schützt, normal sein. 

Direct Trade

Willst du einmal den Hof zu Hause übernehmen?
Das will ich, aber nicht alleine. Denn die Verantwortung, sieben Tage pro Woche, ist die zweite Barriere beim Einstieg in die Landwirtschaft. Ich möchte Getreide, Gemüse und vielleicht Schafe und Bienen haben. Mein Traum wäre ein Restaurant am Hof, das nur Produkte aus einem Umkreis von fünf Kilometern verarbeitet. 

Die No-Waste-Missionarin


Victoria Neuhofer

https://damnplastic.com/


Victoria Neuhofer

https://damnplastic.com/


 

 

Beim Ausgehen war sie immer eine der Letzten, die nach Hause ging. Deshalb fiel ihr auch der viele Müll auf, der in Lokalen oder auf Festivals zurückblieb. So wuchs in ihr die Idee, ein Bewusstsein dafür zu schaffen – getreu nach ihrem Motto: „From knowing comes caring and from caring comes change.”

Seither ist sie unterwegs, um den ökologischen Fußabdruck von Festivalbetreibern, Gastronomen und ihren Gästen zu verkleinern: mit Nudel-Strohhalmen, essbarem Geschirr oder Besteck, aber auch mit durchdachten Pfand- und No-Waste-Ideen. Seit Herbst 2019 betreibt sie den Damn-Plastic-Shop in der Salzburger Münzgasse.

Ihre Mission: Müll vermeiden oder zumindest abbaubar machen. 

 

 

Beim Ausgehen war sie immer eine der Letzten, die nach Hause ging. Deshalb fiel ihr auch der viele Müll auf, der in Lokalen oder auf Festivals zurückblieb. So wuchs in ihr die Idee, ein Bewusstsein dafür zu schaffen – getreu nach ihrem Motto: „From knowing comes caring and from caring comes change.”

Seither ist sie unterwegs, um den ökologischen Fußabdruck von Festivalbetreibern, Gastronomen und ihren Gästen zu verkleinern: mit Nudel-Strohhalmen, essbarem Geschirr oder Besteck, aber auch mit durchdachten Pfand- und No-Waste-Ideen. Seit Herbst 2019 betreibt sie den Damn-Plastic-Shop in der Salzburger Münzgasse.

Ihre Mission: Müll vermeiden oder zumindest abbaubar machen. 

Beim Ausgehen war Victoria Neuhofer immer eine der Letzten, die nach Hause ging. Deshalb fiel ihr auch der viele Müll auf, der in Lokalen oder auf Festivals zurückblieb. So wuchs in ihr die Idee, ein Bewusstsein dafür zu schaffen – getreu nach ihrem Motto: „From knowing comes caring and from caring comes change.” Seither ist sie unterwegs, um den ökologischen Fußabdruck von Festivalbetreibern, Gastronomen und ihren Gästen zu verkleinern: mit Nudel-Strohhalmen, essbarem Geschirr oder Besteck, aber auch mit durchdachten Pfand- und No-Waste-Ideen. Seit Herbst 2019 betreibt sie den Damn-Plastic-Shop in der Salzburger Münzgasse.

Ihre Mission: Müll vermeiden oder zumindest abbaubar machen. 

Mehr Info unter: https://damnplastic.com/

Plastic-Bashing

Dein Geschäft heißt Damn Plastic. Auf Plastik verzichten und Alternativen anbieten. Ist das auch die Message?
Nicht Plastik ist der Feind unseres Planeten, sondern unsere Einstellung. Der Mensch ist grundsätzlich zu bequem, um etwas zu verändern. Und solange es niemandem wirklich weh tut, geschieht nichts. Ich möchte zeigen, dass es genug Alternativen gibt, mit denen du nachhaltig leben kannst, ohne deinen Lebensstil zu ändern. 

Nachhaltigkeit als Wirtschafts- Faktor

Damn Plastic bietet auch für Veranstalter Alternativen zu den Wegwerfprodukten an. Merkst du, dass ein Bewusstsein und auch vielleicht ein Druck auf Veranstalter entsteht?
Das merkt man schon bei kleinen Dingen wie Give-aways. Immer mehr in der Gastronomie versuchen, das Bio-Zertifikat zu bekommen. Das sind aber in erster Linie die Jüngeren. Der Großteil macht das noch aus rein marketingtechnischen Gründen. Wir können nur hoffen, dass der jetzige Hype so lange bestehen bleibt, dass sich das Thema verfestigt. 

Generation Greta

Haben wir es Greta Thunberg zu verdanken, dass das Klimathema jetzt so aktuell ist?
Das glaube ich nicht. Wenn das Bewusstsein nicht schon vorher da gewesen wäre, hätte das niemals so hochgepusht werden können. Ich finde es gut, was Greta gemacht hat und dass ihr viele Menschen zuhören. Schade finde ich allerdings, dass andere ungehört bleiben, die eigentlich eine wesentlich aktivere Rolle spielen. 

Zero Waste

Das Thema Plastikvermeiden haben auch die großen Konzerne entdeckt, gleich nach dem Plastiksackerlverbot. Wo siehst du deinen Platz in der Diskussion?
In den Lebensmittelmärkten ist das nur ein Marketing-Gag, mit dem den Konsumenten vorgegaukelt wird, dass man sich um das Thema kümmert. In Wirklichkeit bleibt bei den Verpackungsmaterialien im Wesentlichen alles beim Alten. Niemand erzählt, dass ein Papiersackerl mindestens einen Monat lang verwendet werden muss, damit es ökologisch verträglicher ist als ein Kunststoffsackerl. Und niemand engagiert sich für Säfte und Milch in Glasflaschen und ein Pfandsystem.

Der Kreislauf-Radler



Jakob Deutschmann

https://www.fanzybikes.com/

 



Jakob Deutschmann

https://www.fanzybikes.com/

 


 

 

Bei ihm dreht sich schon immer alles ums Rad. Mit vier Jahren „verliebte“ er sich in sein erstes Fahrrad und betrieb bald eine erste „Servicestation“ im Hof seines Elternhauses. Seither bastelt der heute 24-jährige Salzburger mit Leidenschaft an Rädern. Nach der HTL für Bautechnik folgte ein Job als IT-Techniker im medizinisch-technischen Bereich.

Das Rad blieb aber seine Passion und bald wechselte er von Maus und Bildschirm wieder zum Lenker: als Radkurier. Seit einem Jahr betreibt er parallel zum FH-Studium KMU-Management und Entrepreneurship eine Radwerkstatt, in der er ausschließlich gebrauchte Fahrräder zu „Fanzy Bikes“ umbaut.

Seine Mission: eine eigene Fahrradmarke und ein aktiver Beitrag zur Klimakrise durch das Re- und Upcycling von Rädern. „Luft und Liebe. Und vielleicht ein wenig Farbe. Mehr brauch ich nicht um einem alten Fahrrad neues Leben einzuhauchen.“

 

 

Bei ihm dreht sich schon immer alles ums Rad. Mit vier Jahren „verliebte“ er sich in sein erstes Fahrrad und betrieb bald eine erste „Servicestation“ im Hof seines Elternhauses. Seither bastelt der heute 24-jährige Salzburger mit Leidenschaft an Rädern. Nach der HTL für Bautechnik folgte ein Job als IT-Techniker im medizinisch-technischen Bereich.

Das Rad blieb aber seine Passion und bald wechselte er von Maus und Bildschirm wieder zum Lenker: als Radkurier. Seit einem Jahr betreibt er parallel zum FH-Studium KMU-Management und Entrepreneurship eine Radwerkstatt, in der er ausschließlich gebrauchte Fahrräder zu „Fanzy Bikes“ umbaut.

Seine Mission: eine eigene Fahrradmarke und ein aktiver Beitrag zur Klimakrise durch das Re- und Upcycling von Rädern. „Luft und Liebe. Und vielleicht ein wenig Farbe. Mehr brauch ich nicht um einem alten Fahrrad neues Leben einzuhauchen.“

Bei Jakob Deutschmann dreht sich schon immer alles ums Rad. Mit vier Jahren „verliebte“ er sich in sein erstes Fahrrad und betrieb bald eine erste „Servicestation“ im Hof seines Elternhauses. Seither bastelt der heute 24-jährige Salzburger mit Leidenschaft an Rädern. Nach der HTL für Bautechnik folgte ein Job als IT-Techniker im medizinisch-technischen Bereich. Das Rad blieb aber seine Passion und bald wechselte er von Maus und Bildschirm wieder zum Lenker: als Radkurier. Seit einem Jahr betreibt er parallel zum FH-Studium KMU-Management und Entrepreneurship eine Radwerkstatt, in der er ausschließlich gebrauchte Fahrräder zu „Fanzy Bikes“ umbaut.

Seine Mission: eine eigene Fahrradmarke und ein aktiver Beitrag zur Klimakrise durch das Re- und Upcycling von Rädern. „Luft und Liebe. Und vielleicht ein wenig Farbe. Mehr brauch ich nicht um einem alten Fahrrad neues Leben einzuhauchen.“

Mehr Info unter: https://www.fanzybikes.com/

 

Wegwerf- gesellschaft

Das Kaufen für die Mülltonne ist in unseren Köpfen fest verankert. Allein zwischen 2009 und 2016 ist laut Global 2000 das Abfallaufkommen um über 14 Prozent angewachsen. Wie siehst du die Entwicklung?
Produkt-Lebenszyklen werden immer kürzer und neue Trends werden immer schneller geschaffen. Das erlebe ich auch in der Fahrradbranche. Kleinste Neuerungen werden als das Blaue vom Himmel verkauft. Da landet das alte Fahrrad dann schnell einmal am Müll. Andererseits merke ich auch, dass sich ein Bewusstsein entwickelt. Es entstehen Plattformen, Geschäfte oder Apps, die genau dieser Wegwerfgesellschaft entgegenwirken. Ich bin optimistisch, dass sich da noch viel tun wird. 

Kreislauf- Wirtschaft

War die Idee, aus Weggeworfenem neue Produkte zu machen, von Anfang an wichtig für dich?
Ich werbe als Fahrradwerkstatt damit, dass es bei mir keine neuen Räder gibt. Und es ist mir wichtig, regional zu produzieren. Ich träume von einer Fahrradfabrik, in der jedes Rad bis zur letzten Schraube aus Österreich kommt. Und von einem geschlossenen Kreislauf, damit alles in der Region bleibt. 

Post-Wachstums-Ökonomie

Siehst du eine Chance für Initiativen wie die deine gegenüber Sportmarktketten und dem Internet-Versandhandel, der Fahrräder um 200 Euro anbietet?
Ja, definitiv. Weil keine dieser großen Sporthandelsketten so einen Service bieten kann wie ich. Und vor allem auch kein Fahrrad, das tatsächlich handgefertigt und damit einzigartig ist. In bin eine One-Man-Show, die Leute wissen also immer, wer dahintersteht. 

Zukunft

Dein Wunsch an die Zukunft?
Dass sich mehr Radfahrer als Autofahrer in der Stadt bewegen. Die Stadt ist für Menschen da und nicht für Autos. Das ist auch der Leitspruch der Critical Mass, in der ich mich bewege. Deshalb bin ich das ganze Jahr mit dem Rad unterwegs – und auch nach wie vor einmal pro Woche als Radkurier.