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EIN MANN FÜR ALLE (AB-)FÄLLE

Stelian Tanase räumt in der Lokalbahn auf. Wie viel Arbeit Stelian Tanase täglich hat, liegt in den Händen der Fahrgäste der Salzburger Lokalbahn. Je mehr Müll sie in den Zügen hinterlassen, umso aufwendiger wird es für den 54-Jährigen. Schließlich sorgt er dafür, dass alles glänzt und strahlt.

Er macht etwas, das keiner direkt sieht. Würde er es allerdings nicht machen, wäre es für alle sichtbar: Stelian Tanase ist seit drei Jahren für die Sauberkeit in den Zügen der Salzburger Lokalbahn zuständig. Sobald ein Zug in der Remise in der Plainstraße einfährt und dort überprüft sowie für die nächste Fahrt vorbereitet wird, ist der 54-Jährige zur Stelle. Mit einem Müllsack und Sicherheitshandschuhen ausgerüstet – es lauern gelegentlich auch gefährliche Gegenstände im Abfall – macht er sich an die Arbeit. Wir dürfen ihn dabei begleiten und staunen nicht schlecht.

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8.000 Liter Müll

Der Abfall befindet sich schließlich nicht nur in den dafür vorgesehenen Mülleimern. Auch auf den Tischen, am Boden, zwischen und auf den Sitzen liegen halbvolle PET-Flaschen, Aludosen, Fast-Food-Verpackungen und Getränkeflaschen. Ein Bild, das sich Stelian Tanase täglich bietet. „Der Müll hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Würde es für Plastikflaschen ein Pfandsystem geben, wäre ich Millionär“, sagt er schmunzelnd.

Zum einen ist dieses Mehr auf die steigende Anzahl an Fahrgästen der Salzburger Lokalbahn zurückzuführen, zum anderen jedoch auch auf das mangelnde Bewusstsein für das Thema. Rund 8.000 Liter Abfall aus den Zügen kommen pro Woche zusammen. Das entspricht etwa 100 Mülltonnen eines durchschnittlichen Haushalts. Dass man in den Zügen der Salzburger Lokalbahn dennoch essen und trinken darf, hängt mit dem Komfort zusammen, den man den Fahrgästen bieten möchte.

Weniger ist mehr

Und hier kommt Stelian Tanase im wahrsten Sinne des Wortes zum Zug. Ein bis zwei Stunden benötigt er pro Wagon, um den Müll zu beseitigen, den Boden zu reinigen und die Fenster und Spiegel im Führerstand zu säubern. Daneben ist er unter anderem auch für die Vorbereitung der Sonderzüge der Salzburger Lokalbahn zuständig. „Ich dekoriere diese im Advent“, erklärt er mit einem Lächeln im Gesicht.

Bewusster Umgang

Nachdenklich hingegen wird der ansonsten lebensfrohe Mensch, wenn er davon spricht, was alles weggeschmissen wird: „Ich finde Essen, das zum Teil noch vollständig verpackt ist.“ Umso wichtiger ist ihm selbst, den Müll ordentlich zu trennen. Etwas, was er seinem Sohn von klein auf vermittelt hat und er sich auch von den Fahrgästen mehr wünschen würde. „Es kommt auf den bewussten Umgang an“, hält er fest. Dazu zählt, erst gar nicht so viel Müll zu verursachen und den eigenen Müll selbst wegzuräumen – zu Hause oder in den dafür vorgesehenen Behältern auf den Bahnsteigen. Das freut nicht nur Stelian Tanase, sondern auch die Umwelt.

 

 

Stelian Tanase über …

… Fast Food:
Das ist der meiste und schlimmste Müll. Ich esse deshalb keines.

… seine Arbeit:
Ich mag, was ich tue und bin stolz, dass wir bei der Qualitätsprüfung durch unabhängige Tester immer so gut abschneiden.